Geschichte

Geschichte

Seit September 1996 versuchen wir eine Hundeschule zu leiten. Dies klingt vielleicht etwas komisch, sollte sich aber bis zum Schluss selber erklärt haben.
 
Angefangen hat alles mit der Welpenspielstunde. Auch wir hatten keine Ahnung um was es eigentlich geht, glaubten jedoch, dass es eine gute Sache sei und fielen so ins kalte Wasser. Unser Motto im 1994 war, 'wenn kein Hund schlechter geht als er kam', wir wohl nichts falsch gemachten hatten. Grobe Fehler sind uns, Gott sei Dank, erspart geblieben, was wir unserem Bauchgefühl und nicht der Hilfe von anderen zu verdanken hatten.
 
Im Frühjahr 1994 kam das grosse AHA-Erlebnis in Form eines Seminarbesuches bei H. Weidt & D. Berlowitz. Endlich verstanden wir die Zusammenhänge und konnten durch genaues Hinsehen lernen und unser Wissen, welches zuvor nur aus dem Bauch kam, auch begründen. An das AHA-Erlebnis knüpften sich noch so manche KLAR-DARUM-Erlebnisse. Durch unseren Umgang mit den Zweibeinern lernten wir genauso dazu, wir durch das Beobachten der Vierbeiner.
 
Der Umzug ins Emmental erwies sich als einschneidend für unser ganzes weiteres Leben, denn nun waren wir vollends auf den Hund gekommen. Die erste Schule, mit einem Kollegen zusammen aufgebaut, ging nicht gut. Zu unterschiedlich waren die Interessen. Unsere Wege trennten sich.
 
Der zweite Standort war schnell gefunden, doch dieser gefiel den Behörden nicht. Wir konnten uns fast ein ganzes Jahr nicht ausschliesslich auf die Sechsbeiner konzentrieren, sondern durften uns mit Wiederherstellungsverfügungen und dergleichen herumschlagen. Irgendwer hatte da wohl mein Berufsziel falsch verstanden. Ich wollte nicht baugesetzlich alles wissen, sondern ganz einfach nur mit Menschen und ihren Hunden arbeiten. Nun gut, neun Monate gingen wir schwanger mit unserer Schule und erlitten dann eine Fehlgeburt, sprich, wir verloren den Kampf gegen die Behörden.
 
Auf geht’s, zum dritten Mal!
Hätten wir nicht so viele wunderbare Sechsbeiner gehabt, die uns Mut machten, mit Rat und Tat zur Seite standen, so hätten wir vielleicht den 'Bettel' hingeschmissen. Ein neuer Standort und das Ganze noch einmal von vorne. Bewilligungen, Ausnahmegesuche, Zäune erstellen, Lichtmasten montieren, wieder Bewilligungen, etc. Den Schulbetrieb jedoch konnten wir die ganze Zeit über aufrechterhalten. So manchem Zweibeiner helfen, sein anderes Ende an der Leine besser zu verstehen; so dass die Leine nicht mehr nur Haltestrick, sondern als gedachte Bindung in der Tasche versuchwunden ist.
 
Ende 1999 schien der Traum von einem Ende der Bauarbeiten greifbar nah, so dass wir uns hinter andere Sparten und neue Ideen klemmen konnten und endlich unsere Versprechen, wie z.B. eine Ferienwoche zu organisieren, machen konnten. Doch es sollte anders kommen...
 
Lothar kam; Also, auf ein viertes Mal!
Wieder Bewilligungen lösen, Zäune erstellen, Spielplatz abbrechen, neu Gestalten, Ansähen, Röhren verbuddeln, Storm und Lichtmasten erstellen, etc. Die Plätze haben gewechselt, die Kräfte für die Bauarbeiten schwanden, so dass es halt nicht mehr so schnell ging, wie beim ersten Mal. Geblieben ist eines und dies ist nicht nur geblieben, sondern hat sich auch noch verstärkt:
 
Die Vision, das eines Tages jeder Hundehalter seinen Hund lesen kann und ihn versteht. Begreift, dass ein Gähnen nicht immer Müdigkeit bedeutet, sondern auch einen Konflikt anzeigen kann. Versteht, dass der Blick vom Hund mehr sein kann, als nur ein Hinaufschauen zum Menschen. Dass ein Hund einem soviel geben kann, das man es nicht in Worte fassen kann, ohne kitschig zu werden. Begreift, dass das Lebewesen Hund mit all seinen Gefühlen und seinen Ausdrucksmöglichkeiten unser Freund ist. Gelesen werden kann wie ein Buch; je mehr wir verstehen, umso spannender wird es und umso grösser ist die Faszination Hund. Mit jeder Minute die wir investieren und sei es 'nur' durch Beobachten, unser Verständnis für einander steigt. Wenn uns dies gelingt, so werden wir unseren Vierbeiner respektieren, verstehen und in ihm das sehen, was er ist. Ein Hund, der Hund sein will und den wir nicht vermenschlichen dürfen. Ein Hund mit all seinen Rechten und Pflichten dieser Art. Ein Lebewesen das für eine gewisse Zeit mit uns durchs Leben geht und für das wir die Verantwortung tragen.
 
Dass diese Vision sich erfüllt und wir unsere Kraft nicht vergeuden, zeigen uns unsere 'Schüler', die jeden Tag unser Motto vertreten: Mit Motivation zum Ziel! Wenn wir sehen, wie aus einem ängstlichen 'Langnauer-Märithund', ein neugieriger, lebensfroher Hund wird, weil seine Zweibeiner nicht immer im falschen Moment loben, weil sie verstanden haben um was es geht. Wenn wir sehen, dass aus einem dominanten Draufgänger, der schon als 'Sauhund' verschrien war (und das gerade mit 7 Mona-ten), ein umgänglicher Hund wird. Wenn wir sehen, dass ein 'Null-Bindung-Hund' sich langsam zu einem Hund entwickelt, der aus dem Spiel abgerufen werden kann. So lässt dies unseren Leitspruch zur Wirklichkeit werden: Hundeschule Ramsei. Die Schule die motiviert.